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Gerhard Klockenberg/Art49]
Religiöses ist ein Thema, welches die zeitgenössische Kunst, wenn überhaupt,
dekonstruktiv abhandelt. Kein Wunder - trugen doch Generationen beflissener
Deutscher nicht nur historische Schuld ab, sondern demontierten Identität,
Kultur und Religion gleich mit. Der listige zeitgenössische Kunstbetrieb
besetzte die entstandene Lücke. Seine Protagonisten wandeln im schwarzen Ornat,
verfassen Dogmen, bilden Orden, stellen Inquisitoren und kassieren den Zehnt in
Form gesellschaftlicher Privilegien.
Der liebe Gott, wie Ulrike Theusner ihn sieht, besteigt auf dem Ararat eine
Stehleiter. Er trägt einen Hausmeisterkittel und repariert irgendwas oben über
den Wolken - Pannen gibt es auch im Himmel. Hans-Christian Schink und Raďssa
Venables lichten sakrale Räume ab, während Wieland Payer Tempel lithografiert.
Robert Seidel belebt himmlisches Personal und Eckart Hahn beschäftigt sich mit
einem abtrünnigen Untergebenen.
Die Eröffnung findet am 24. Februar um 19 Uhr statt.